Allgemeine Medizinische Infos

Wir haben die Gesamtrichtlinien nach denen Piloten medizinisch bewertet werden müssen hier im JAR-FCL3 Originaltext für Sie hinterlegt: http://www.mfu-wien.at/joomla_17/dokumente/jarfcl3.pdf. Bitte beachten Sie beim lesen immer den Unterschied zwischen Berufspilot und Privatpilot.

Mythen und Geschichten gibt es ja um die medizinischen Voraussetzungen zur Pilotenausbildung einige. Wir wollen hier mal mit ein paar von diesen Geschichten aufräumen.

1.) Piloten dürfen keine Brillen tragen!
Das ist natürlich Unsinn. Piloten dürfen sehr wohl Brillen und Kontaktlinsen tragen, und sowohl kurz- als auch weitsichtig sein. Das gilt sowohl für Privatpiloten als auch für Berufspiloten. Eventuell ein Problem könnte die Tauglichkeitsfeststellung bei Farbsehfehlern werden. In diesem (oder eigentlich in jedem Fall) ist es ratsam die medizinische Tauglichkeitsuntersuchung vor Beginn der Ausbildung zu absolvieren, um später Enttäuschungen zu vermeiden.

2.) Piloten dürfen keine Zahnplomben haben.
Ebenfalls eine Behauptung aus dem Reich der Märchen. Für die Erlangung einer medizinischen Tauglichkeitsstufe 1 oder 2 (Berufs- oder Privatpilot) spielt die Anzahl Ihrer Zahnfüllungen keine Rolle. Der Zustand der Zähne ist zwar durchaus Teil der Untersuchung es wird hier aber nur der allgemeine Zustand begutachtet weil dieser ja bekannter Weise auch Auswirkung auf den Gesundheitszustand des restlichen Körpers hat. Nachdem man davon ausgehen kann das niemand gerne Zahnschmerzen hat, ist ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt empfehlenswert, geprüft wird dieser aber für das EASA Medical nicht. Für Berufspiloten mit unkorrigierten Zahnproblemen könnte dies allerdings bei Selektionen von Fluglinien durchaus zu einem Problem werden. Für die Ausbildung spielt es jedoch an sich keine Rolle.

3.) Nur junge Menschen können überhaupt Piloten werden.
Entspricht natürlich auch nicht der Wahrheit. Wir haben einige Piloten die sich den Traum vom Fliegen erst sehr spät erfüllt haben, teilweise erst mit weit über 50 Jahren oder gar erst zum Pensionsantritt damit begonnen haben, und bis ins hohe Alter fliegen. Voraussetzung dafür sind die jährlichen (oder halbjährlichen) Gesundheitsuntersuchungen.